Bestens versorgt im Einsatz: Der Verpflegungszug der Feuerwehr Bielefeld

verpflegungszug 0011963 wurde im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes im damaligen Landkreis Bielefeld aus Einheiten der Feuerwehr die 37. Luftschutz-Bereitschaft gebildet. Innerhalb dieser Bereitschaft übernahm die Feuerwehr Jöllenbeck die Aufgabe des Verpflegungszuges und wurde mit einem Feldkochherd (FKH) ausgestattet, der umgangssprachlich auch als „Gulaschkanone“ bekannt ist.

Bei der Unwettterkatastrophe im Paderborn Land 1965 hatte der Verpflegungszug seinen ersten größeren Einsatz. Neben diesen Aufgaben kommt er auch regelmäßig bei Großeinsätzen und –veranstaltungen der Feuerwehr in Bielefeld zum Einsatz.

Aktuell besteht der Verpflegungszug aus 15 Kameradinnen und Kameraden der Löschabteilung Jöllenbeck, die im Einsatzfall über eine separate Melderschleife alarmiert werden. Er ist formeller Bestandteil der Löschabteilung Jöllenbeck und untersteht somit Löschabteilungsführer Sven Baumann und seinem Stellvertreter Frank Klusmann. Innerhalb des Verpflegungszuges fungieren Peer Grieger und Oliver Schnittger als Chefköche. Alle Mitglieder des Verpflegungszuges haben die notwendigen Belehrungen nach Infektionsschutzgesetz und nehmen regelmäßig an Nachschulungen teil.

Stationiert ist er im Feuerwehrgerätehaus der Löschabteilung Jöllenbeck am Wörheider Weg 105 und verfügt dort über folgende Fahrzeuge und Gerätschaften:

Gerätewagen Küche verpflegungszug 004 Mercedes-Benz LA 911, Baujahr 1986 Aufbau Lenter, Umbau in Eigenleistung Da dieses Fahrzeug 1994 von der aufgelösten Regieeinheit „Bergungsdienst“ übernommen wurde, hat es eine blaue Lackierung, die es bis heute behalten hat, und trägt daher die scherzhafte Bezeichnung „Blauer Bomber“.

Feuerwehranhänger Küche ROKA-Werk Baujahr 2008 Hierbei handelt es sich um einen, nach eigenen Vorgaben ausgebauten, Verkaufsanhänger, der an die Einsatzstellen gezogen wird und dort für die Essenzubereitung und –ausgaben genutzt wird. Dieser lange gehegte Wunsch wurde erst durch eine großzügige Spende eines in Jöllenbeck ansässigen Geschäftsmanns möglich.

Feldkochherd (FKH) 57-4 Progress-Werk 1957 Anhänger mit 3 flüssiggasbetriebenen Kochstellen Pfanne, doppelwandiger Kessel 180 Liter, Kessel 100 Liter

Feldkochherd (FKH) 57-5 Progress-Werk 1965 Anhänger mit 4 flüssiggasbetriebenen Kochstellen Pfanne, doppelwandiger Kessel 100 Liter, Kessel 100 Liter, Kessel 80 Liter

stationäre Kühlzelle und Gefriertruhen

diverse weitere Gerätschaften für Zubereitung, Transport und Ausgabe von Speisen

verpflegungszug 002Hauptaufgabe des Verpflegungszuges ist die Verpflegung der Einsatzkräfte bei intensiven und/oder lange andauernden Einsätzen mit Essen und Getränken. Das gerne genannte Motto lautet „Ohne Mampf kein Kampf!“, was die besondere Bedeutung dieser Aufgabe herausstellt. Mit einer Feldküche ist bei entsprechender Vorbereitung die Vollverpflegung (3 Mahlzeiten) von bis zu 200 Personen möglich. Bei einfachen Gerichten (Suppen und Eintöpfe) ist noch eine wesentlich größere Personenzahl möglich, so zum Beispiel regelmäßig bei Großveranstaltungen der Feuerwehr, wo die allseits beliebte „Jürmker Erbsensuppe“ serviert wird.
Im Durchschnitt der letzten Jahre hat der Verpflegungszug etwa sechs Einsätze, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Hier einige besondere Einsätze:

1990   Brand der Bartholomäuskirche in Brackwede

1993   Brand Großsporthalle in Jöllenbeck

1995   Brand des Bielefelder Bauernhausmuseums

1996   Schneechaos auf der BAB 2, 1500 Autofahrer saßen fest

2001   Brand einer Lagerhalle in Brake am Silvestertag

2012   Brand einer Entsorgungsfirma in Oldentrup

2013   Evakuierung wegen Bombenfund in Schildesche

2014   Brand eines Mehrfamilienhauses in Baumheide am Neujahrstag

verpflegungszug 003 Nachdem die Bemühungen im Katastrophenschutz lange Jahre reduziert wurden, werden seit kurzer Zeit wieder neue, oft ländereigene, Konzepte aufgestellt. In NRW wurden in den Regierungsbezirken sogenannte „Bezirksreserven“ gebildet, die sich aus Bereitschaften der einzelnen Kreise und Städte zusammensetzen. In der Bereitschaft Bielefeld stellt der Verpflegungszug Jöllenbeck den Hauptteil an Material und Personal für den Zug 5, der für die Logistik zuständig ist. Diese neue Aufgabe hat schon zu zahlreichen Einsätzen geführt, die in den meisten Fällen ihre Ursache in regionalen Extremwetterlagen hatten. Beispiele hierfür sind das Schneechaos im Münsterland, der Sturm „Ela“ im Ruhrgebiet und als größter Einsatz das Oder-Hochwasser 2013, als die Bereitschaft Bielefeld fast eine Woche in Schönebeck in Sachsen-Anhalt im Einsatz war. In den letzten Jahren gab es im Schnitt jährlich etwa zwei solcher Einsätze.

verpflegungszug 005Alles in allem ist der zusätzliche Dienst im Verpflegungszug eine anspruchsvolle Aufgabe, die immer neue Anforderungen mit sich bringt und immer mehr Einsätze nach sich zieht, aber alle Kameradinnen und Kameraden des Verpflegungszuges haben Spaß an dieser Aufgabe und führen sie gerne aus.verpflegungszug 001

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